Work Life Balance

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Was-ist-Work-Life-Balance?

Im Mai 2019 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihrer Jahrestagung bekannt gegeben, dass Burnout in die Liste offiziell anerkannten Krankheiten aufgenommen werden soll. Die Liste ist ein internationales Klassifikationssystem von derzeit circa 55.000 Krankheiten, Symptome und Verletzungsursachen mit spezifischen Codes. Ab Januar 2022 soll das neue Verzeichnis inklusive der Krankheit Burnout gelten. Das Burnout-Syndrom ist ein schleichender Prozess, der sich über Jahre hinziehen kann.

Viele Menschen merken, dass sich etwas in ihrem Leben verändern muss und beschäftigen sich mit dem Begriff „Work-Life-Balance“. Doch was ist das genau, was bedeutet dies und wie kann man der Erschöpfung vorbeugen?

Fragen, mit denen sich das Team Exzellenzwerk in diesem Beitrag näher beschäftigt:

Work Life Balance – mehr als zwei Seiten des Lebens

Der Begriff „Work-Life-Balance“ steht für einen Zustand, in dem Arbeits- und Privatleben miteinander in Einklang stehen. Die Begriffsbildung Work-Life-Balance stammt aus dem Englischen: Arbeit, Leben, Gleichgewicht.

Die Übersetzung des Begriffs ist etwas heikel: „Arbeiten und Leben in Balance“. Arbeit ist schließlich bereits Leben, doch in der aktuellen Zeit wird dies immer mehr erkannt und besonders von der jüngeren Generation selbstverständlich eingefordert. Nicht wenige Unternehmen bemühen sich daher, zeitlich flexible Arbeitsmodelle zu schaffen, nicht nur für teilzeitarbeitende Mütter, sondern auch für Führungskräfte und Geschäftsführung.

Infografik: Erschöpfung erschwert Vereinbarkeit von Familie und Beruf | Statista
Grafik von Statista

 

Was ist Work-Life-Balance?

 

Im Normalfall wird dieser Begriff genutzt, um zu verdeutlichen, dass der Mensch, nicht nur Unternehmer*innen und Führungskräfte, aus sehr viel mehr als Arbeit besteht, während bereits das Privatleben selbst umfangreiche Facetten hat.

An dieser Stelle wird gerne das Lebensbalance Modell des iranischen Psychotherapeuten Nossrat Peseschkian hinzugezogen, um die verschiedenen Bereiche des Lebens zu verdeutlichen.Nach der Theorie von Peseschkian gibt es dabei vier Säulen, die jeden Menschen ausmachen und seine Lebensbalance ausmachen- und dafür sorgen, dass er zufrieden ist:

1.   Beruf und Finanzen

Ein Großteil des Lebens wird durch Arbeit gefüllt. Zeit Energie als die wichtigsten Ressourcen werden hier eingesetzt. Wie in allen Bereichen kann dieser sehr erfüllend sein, Anerkennung und finanzielle Sicherheit bringen, wie in allen Bereichen jedoch auch, kann hier der Energieaufwand oft zu hoch – und damit nicht erfüllend- sein.

2.   Familie und soziale Kontakte

Familie, PartnerInnen, Kinder, Freunde, Bekannte, aber auch Kollegen und engere Netzwerkkontakte bilden das soziale Umfeld eines Menschen und sind somit enorm wichtig für das eigene Wohlergehen. Fehlen diese Kontakte – oder es gibt momentan wenig Zeit für Begegnungen, kann dies zu Stress und Isolation fehlen. Kommunikation, Austausch, Begegnungen sind ein wichtiger Bestandteil des Soziallebens.

3.    Gesundheit und Fitness

Zu dieser Säule gehören alle Themen rund um den Körper.Dabei ist die Gesundheit der wichtigste Bereich, doch geht es auch um Ihre Ernährung, die körperliche und geistige Fitness und nicht zuletzt auch die Erholung nach bzw. in anstrengenden Phasen.

4.   Sinn und Kultur

Jeder Mensch ist auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben und seinen Handlungen, dabei vertritt jeder Mensch seine eigenen Werte, die seine Persönlichkeit ausmachen. Fehlt dieser Sinn oder weiß man nicht, worauf man hinarbeitet bzw. wofür man antritt, drohen Orientierungslosigkeit und Frust.

Wichtig ist: Dieses Modell ist lebendig und ist daher eher als Anregung, in welchem Bereich momentan etwas nicht wie gewünscht ist, zu sehen. Mit 20 sind die Prioritäten andere als mit 40, während sie sich danach wieder verändern. So ist es also nicht unüblich, dass in Zeiten der Veränderung, privat oder beruflich, sich ein Mensch hinterfragt, um ein neues Lebensmodell zu übernehmen. Die Eltern sind vielleicht pflegebedürftig und die eigenen Kinder gehen ihre eigenen Wege, das Unternehmen muss auf die Nachfolge vorbereitet werden, man selbst möchte dem Leben einen anderen Sinn geben. Es gibt viele Situationen und Wendepunkte im Leben, an denen es sich und das eigene Work-Life-Balance-Modell zu hinterfragen gilt.

 

Was tun, wenn man zu wenig Zeit hat?

 

Um es kurz und schmerzlos zu machen: Uns allen stehen 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Zeit ist die Ressource, die uns Menschen also allen gleich zur Verfügung steht. Nun ist die Frage, wie man Prioritäten, ggf. neu, setzt. Dabei hilft das o.g. Modell sicher für eine erste Orientierung.

  • Wofür möchte man sich zukünftig mehr Zeit nehmen?
  • Welcher Vorbereitung bedarf es dazu?
  • Was sollte ggf. delegiert werden?
  • Nimmt man externe Hilfe (z.B. einen Coach) in Anspruch?

 

Nein. Ein kleines Wort mit starker Wirkung.

Aus unserer Erfahrung heraus, steht und fällt die eigene Work-Life-Balance, wie auch immer sie jeder Mensch für sich selbst definiert, mit dem Setzen klarer Prioritäten – und damit zu einem noch sehr viel größeren Feld der Möglichkeiten und Herausforderungen, zu denen man in diesem Zug Nein sagen sollte. Besonders Führungskräfte und UnternehmerInnen tun sich in Zeiten der Veränderung oft schwer, Mitarbeitenden zu vertrauen, zu delegieren, Aufgaben abzugeben und das eigene Wohl an eine neue Stelle zu stellen. Dies kann nur gelingen, wenn klar ist, welche Aufgaben und Menschen momentan im Leben Priorität haben. Meistens ist hier ein externer Coach extrem hilfreich, da er in kurzer Zeit mit Ihnen herausarbeitet, um was es wirklich gerade in Ihrem Leben geht, was wichtig ist und wo vielleicht noch die gedanklichen blinden Flecken sind.

 

Wie kann ein Unternehmen zur Work-Life-Balance der MitarbeiterInnnen beitragen?

Homeoffice und flexible Arbeitszeitmodelle sind längst keine Ausnahme mehr. Doch gleichzeitig wächst dadurch auch die Gefahr, dass MitarbeiterInnen ständig erreichbar zu sein haben, keine Auszeit haben und ständig „on“ sind. So gut diese neuen Modelle, so sehr müssen besonders Menschen, die in den letzten Jahrzenten ein anderes Modell gelebt haben, sich nicht nur selbst umstrukturieren, sondern auch ein hohes Maß an Selbstreflexion haben. Nur so können sie sicherstellen, dass es die Vorteile der heutigen Arbeitswelt nicht zu einem Nachteil und in der Erschöpfung enden.

 

Aber auch Gesundheit, Sinn und Kultur, sowie soziale Kontakte sind immer mehr Themen, die in Unternehmen gefördert und unterstützt werden, um nicht nur Mitarbeitende zufrieden zu stellen, sondern sicher auch, um für wenig Ausfall- oder Krankenzeiten zu sorgen, ein gutes Arbeitsklima ganz allgemein und somit in vielerlei Hinsicht als attraktiver Arbeitgeber zu gelten. Im Zuge der Stichworte wie „New Work, Leadership und Digitalisierung“ öffnen sich die Unternehmensführungen auch in Deutschland immer mehr gegenüber neuen und anderen Möglichkeiten, um MitarbeiterInnen nicht nur zu halten, sondern auch für die neue Generation attraktiv zu sein.

Was bedeutet Work-Life-Balance für Sie? Wir freuen uns sehr über Ihren Kommentar!

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